Streckenverlauf
Porz - Kölner Grüngürtel - Porz (59 km)

Die Stadt Köln lud zu einer Radtour entlang der preußischen Stadtbefestigung im linksrheinischen Köln ein. Diese wurde zwischen 1877 und 1881 erbaut. Laut des Versailler Vertrages mussten nach dem 1. Weltkrieg die Kölner Befestigungsanlagen geschliffen werden, dass heißt so zerstört werden, dass sie nicht mehr millitärisch genutzt werden konnten. Konrad Adenauer, dem damaligen Kölner Oberbürgermeister, haben es die Kölner zu verdanken, dass entlang dieser alten Befestigungslinie der Kölner Grüngürtel entstand. Es wurden zwar ab 1920 viele Zwischenwerke und Forts komplett gesprengt, andere aber wurden so geschliffen, dass sie danach für zivile Zwecke genutzt werden konnten. Die noch erhaltenen Bauwerke konnten gestern besichtigt werden, was wir auch machten. Wir (56 Fahrradfahrer) hatten eine Führung im Zwischenwerk VIIIb (zugleich Start der Tour), Fort VI, Zwischenwerk Va und Fort IV (zugleich Ende der Tour). Außerdem wurde auf dieser Befestigungslinie eine Grünfläche angelegt, der heutige Grüngürtel, den wir mit besonders wachen Augen durchfuhren. Die Tourenleiter Dr. Bauer (Amt für Landschaftspflege und Grünflächen) und Dr. Brixius (Stadtkonservatorin) zeigten uns auch anhand von Fotos und Skizzen, wo die zerstörten Befestigungen einmal waren. Wo noch kurz nach dem 1. Weltkrieg nur weites Feld und Zwischenwerke und Forts waren, stehen heute Wälder, weite Wiesenfelder und viele Weiher. Ein ganz einzigartiges unbebautes Naherholungsgebiet für die Kölner Bürger. Große Teile dieses Gebietes stehen als ganzes unter Denkmalschutz. Damals ging man im Übrigen davon aus, dass Köln sehr bald auf 2 Millionen Bürger anwachsen würde, weshalb der Grüngürtel auch sehr groß angelegt wurde. Heute haben wir knapp die Hälfte, nämlich keine ganze Million, weshalb der Durchschnittskölner auch selten den ganzen Grüngürtel kennt, sondern eher den, der nah an seinem Veedel (Viertel) liegt.
Im Anschluss an die Führung fuhren wir noch in Widdersdorf auf Kaffee und Kuchen vorbei, um dann Richtung inneren Grüngürtel (entlang der Wälle) zu fahren, um diesem bis zum Rhein zu folgen. Danach ging es am Rhein entlang wieder nach Hause.