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    Stand-Momente, kleine Analyse eines Tages im Leben eines Ehrenamtlers

    Am 1.6.2008 wurde in Düren der vom VCD-Düren erarbeitete Bahnradweg Aachen-Köln offiziell eröffnet. Der ADFC-Köln beteiligte sich hieran mit einem Stand, den wir beide betreuten. Nachfolgend möchten wir ein paar Eindrücke aus so einem Standtag präsentieren, die durchaus zum Nachdenken anregen sollen!

    Wer einen Stand "betreiben" möchte, muss sich um die Gestaltung des Standes kümmern, ihn wo abholen, transportieren, noch Verbesserungen/Reparaturen vornehmen, schließlich geht es immer noch besser. Es muss aber auch ein Konzept erarbeitet werden, was der Stand eigentlich vermitteln will, schließlich hat man so etwas wie eine Botschaft, warum sonst stellt man sich an seinen freien Wochenende hinter einen Stand, den man schleppenderweise auch noch selbst aufbauen muss?

    In unserem Fall war das Ziel klar definiert:

    1. Wir wollten uns jung präsentieren und entwickelten neue Poster, Thema Einrad, Tandemfreunde und GPS-Satellitennavigation.
    2. Wir wollten im Gespräch über unseren Club informieren.
    3. Wir wollten die GPS-Navigation am PC, samt Navis und Marcos FaLa1 vorführen (Marcos Fahrrad hatten wir auch extra mitgenommen, um den Fala zu präsentieren.).
    4. Wir wollten für das Reisen per Rad werben und zwar mit Produkten hinter denen wir stehen, wie die isoBottle von alfi oder die Reiseführer aus dem Michael Müller Verlag.
    5. Wir wollten neue Tandemfreunde gewinnen.
    6. Wir wollten Neue für unseren GPS-Radtourentreff gewinnen.
    7. Wir wollten etwas für uns und unser GPS-Kursangebot ab Herbst 2008 werben.

    Der Arbeitsaufwand war also nicht unerheblich:

    • Stand im Fahrradbüro zusammenstellen und transportieren.
    • Plakate am PC entwickeln und drucken lassen.
    • Neue T-Shirts anfertigen lassen, die alten waren erneuerungsbedürftig.
    • Geeigneten Stoff als Tischdecke besorgen, die Optik sollte verbessert werden.
    • Vorbereitung der Darstellung der GPS-Navigation am PC, was den Transport eigener EDV-Geräte beinhaltet und das Risiko, dass etwas kaputt geht.
    • Zusammenstellung des Standmaterials, dass wir auch mit Dingen zur Ansicht aus unserem Privatbesitz auffüllten, mit dem Risiko, dass etwas gestohlen wird.
    • Fahrt auf eigene Kosten, man rechnet als Ehrenamtler nicht alle Kosten ab, verbucht vieles als Spende, schließlich steht man hinter dem Verein. Aber bei den Spritpreisen sind es tatsächlich Kosten. (3x Porz-Köln, 1x Porz-Bonn, außerdem Porz-Düren und nat. zurück).

    Das Fazit dieses Tages:

    1. Wir haben uns sicher erfolgreich jung präsentiert.
    2. Kaum einer interessierte sich für den Club, einige meinten sie wären Mitglied, verwechselten dabei aber den ADFC mit dem ADAC, bei dem sie tatsächlich Mitglied sind.
    3. GPSmäßig war Interesse da, aber die meisten werden sich nie ein GPS leisten.
    4. Viel Interesse weckten die Reiseführer aus dem Michael Müller Verlag von dem wir auch Verlagsprogramme da hatten. Viele kannten ihn nicht und befanden nach Durchsicht eines Ansichtsexemplares, dass er einen guten Eindruck mache.

      Von den drei Reiseführern, die zur Ansicht bereit lagen, verschwand zwischen 13:37 Uhr und 13:55 Uhr der City-Führer Budapest, ein uns liebgewonnenes Erinnerungsstück aus unserem Radurlaub Transdanubien (April/Mai 2008), ein herber Verlust! Und eine ungemeine Dreistigkeit. Als alter Zigeuner verfluche ich den Dieb und wünsche ihm nichts gutes in Budapest und auch sonst wo in der Welt.

    5. Wir hatten zwei nette Gespräche bezüglich Tandemfreunde, vielleicht sieht man sich wirklich mal auf Radtour. Außerdem hatten wir Besuch von einem Tandemfreunde-Paar.
    6. Zwei weitere Teilnehmer an den GPS-Radtouren haben sich eventuell gefunden, wir werden sehen.
    7. Leider war unsere Kurs-Klientel nicht vertreten.

    Und sonst?

    • Schade, dass man die Freibons für Standbetreuer nicht zeitig und auch nicht mit Überblick verteilt hat, so sind uns weitere Kosten entstanden, die wir ebenfalls nicht abrechnen.
    • Schade, dass jeder Toilettenbesuch 50 Cent gekostet hat. Schließlich waren wir von 9:45 Uhr-17:00 Uhr vor Ort.
    • Als der Sonderzug nach Aachen nach 16:00 Uhr gefahren war, konnten wir unser Zelt wieder abbauen, da war die Straße wie leer gefegt, obwohl alles bis mindestens 17:00 Uhr gehen sollte.
    • Die T-Shirts waren gut angekommen, fast jeder ADFCler wollte wissen, wo es die gibt;-)
    • Ein Typ von der AOK wollte nur vorwurfsvoll wissen, wo denn die Flyer zum "Mit dem Rad zur Arbeit" sind! Hierzu sei gesagt, dass man seine ureigenen Interessen schon selbst vertreten muss, wir sehen unsere Aufgabe nicht darin für alle Kampagnen, die durchaus lobenswert sind, am Stand zu stehen. Das können und wollen wir nicht.

      Wenn wir schon zeitliche und finanzielle Verluste einfahren, dann um unsere Projekte voran zu bringen!

    • Ansonsten mussten wir vielen erklären, was Ehrenamt ist, wir hatten etwa 10 Aachener Luftpumpen (Zeitschrift des ADFC-Kreisverbandes Aachen und Umgebung e.V.) zum Auslegen und haben uns locker 5 mal anblaffen lassen müssen, weil das Heft rausgekommen wäre, als schon zwei angekündigte Touren vorbei gewesen wären. Die Leute würde man am liebsten erschlagen, aber da blieben von unseren 116.000 Mitgliedern wohl nur wenige übrig, leider!
    • Mitglieder haben wir sicher kaum geworben, wären wir gratis, kriegten die Leute Geld für ihre Mitgliedschaft, dann vielleicht.
    • Karten hätten wir sicher auch kaum verkauft, die wären uns eher geklaut worden.