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    01. Mai - 03. Mai 2009 - Siegtalradweg und Sieg-Freizeitstraße

    Vom Rothaargebirge bis zur Mündung der Sieg in den Rhein - und weiter nach Köln-Porz (195 km, ***)

    Streckenverlauf: Siegen - Netphen - Siegen - Kirchen - Betzdorf - Wissen - Hamm - Au/Sieg - Windeck - Eitorf - Hennef - Siegburg - Troisdorf - Porz

    Kartenmaterial: ©Tele Atlas; Software: ©ATLSoft

    Wir fuhren mit der Regionalbahn, wieder mal mit unglaublichem Aufwand, da Bahnfahren mit vollbepacktem Rad eine Qual (Treppen, Aufzüge nicht vorhanden oder kaputt!) bleibt, nach Siegen. Von hier aus wollten wir zur Siegquelle. 2,5 km Luftlinie von dieser entfernt entschieden wir uns umzukehren und einen Unterstellplatz zu suchen, da das Donnern über uns einfach nicht mehr verschwand und wir vermeiden wollten das drohende Gewitter zwischen Leitplanken in den Serpentinen hinauf zur Quelle zu verbringen. Diese Entscheidung stellte sich als goldrichtig heraus. Die erste Unterstellmöglichkeit, ein Pilz-Unterstand, fanden wir genau zu dem Zeitpunkt als sich der erste Wolkenbruch über uns ergoss. Kurz zuvor lief uns noch eine Blindschleiche über den Weg. Wir machten also notgedrungen fast 2 Stunden Rast, plauderten mit Walkern aus dem angrenzenden Dorf und kochten uns etwas. An einen zweiten Versuch, zur Quelle zu fahren, war aufgrund der fortgeschrittenen Tageszeit und des weiterhin unsicheren Wetters nicht mehr zu denken und so fuhren wir wieder zurück nach Siegen und weiter bis nach Kirchen-Brachbach, wo wir einen Zeltplatz fanden. Wir schliefen direkt an der Sieg und hörten diese auch gewaltig rauschen.

    Am nächsten Morgen war es sehr neblig und feucht. Das Zelt bekamen wir ohne Sonne nicht trocken, und so packten wir es dann nass wie es war ein. Bereits um 9:30 Uhr ging es weiter. Es blieb bis etwa 13:00 Uhr sehr bewölkt und frisch, aber es fuhr sich durchaus angenehm in der Kühle. Als die Sonne schließlich schien, war es angenehm warm. Der Blick auf die Natur veränderte sich, alles strahlte in hellem Glanz. Im Windecker Ländchen, dem schönsten Stück des Siegtals, hatten wir also Sonnenschein und machten auch mal längere Rast auf unserer Decke. Außerdem hatten wir bereits bei einer kürzeren Rast zuvor unser Zelt getrocknet. In der Sonne ging das ganz schnell. Es war anstrengend, immer wieder mussten wir schwere Anstiege überwinden. Abends kamen wir müde auf dem Campingplatz Happach in Eitorf-Bach an. Während Janina das Zelt aufbaute, kochte Marco auf dem Primus ein leckeres Nudelgericht mit Spinat in Sahnesauce. Der Preis für den Campinglatz war dem Betreiber wohl spontan eingefallen und etwas zu hoch, trotz Nachfrage blieb man uns eine Quittung hierfür schuldig. Sehr ungewöhnlich, ansonsten war der Platz ganz in Ordnung. Nervig war der gemähte Rasen der liegen blieb und nicht nur an unseren Schuhen klebte. [Nachtrag Dezember 2009: Dafür haben wir aber eine Weihnachtskarte bekommen!]

    Am nächsten Tag wollte die Sonne nicht so recht rauskommen, wieder packten wir das nasse Zelt ein. Aber es sollte den ganzen Tag nicht regnen. Dafür hatten wir Westwind, also Gegenwind, weshalb es nun wegen des Windes anstrengend wurde, obwohl wenige Höhenmeter zu überwinden waren. Wir fuhren so bis zum Rhein, in den die Sieg mündet. In Mondorf bei der Fähre gönnten wir uns noch ein Eis, bevor es entlang des Rheins wieder nach Hause ging.

    Fazit:
    Es war eine schöne, aber auch anstrengende Tour. Es wurde sportlicher als ursprünglich gedacht. Das Wetter hätte was besser sein können. Das schönste Stück ist sicher das Stück Au/Sieg - Windeck - Eitorf. Aber auch weiter bis zur Mündung lässt es sich schön fahren. Das obere Teilstück hat uns nicht besonders gefallen. Hier fuhren wir überwiegend auf der Straße (Sieg-Freizeitstraße, aber eben Autostraße), weil hier oben kein Radweg direkt an der Sieg verläuft. Weicht man hier auf andere Wege aus, dann sind es Wanderwege mit kurzen steilen Anstiegen, die sich auch nicht optimal mit Tandem und Anhänger fahren lassen. Vermisst haben wir Rastplätze, im oberen Teil gibt es rein gar keine Rastplätze für Radfahrer, später gibt es an der Sieg mal eine Bank, aber letztlich hat man nie das Gefühl auf einer Themenroute zu sein.

    Höhenprofile:
    1. Mai: Von Siegen nach Netphen (Siegquelle) und zurück nach Siegen und weiter nach Kirchen-Brachbach

    2. Mai: Von Kirchen-Brachbach nach Eitorf-Merten

    3. Mai: Von Eitorf-Merten nach Mondorf (Siegmündung) und weiter nach Köln-Porz

    1.-3. Mai: Komplette Tour

    Auf unserer Tour fuhren wir auf nachfolgenden Themenrouten:


    Wir fuhren durch Nordrhein-Westfalen und Rheinland Pfalz, und zwar durch die Landkreise Siegen-Wittgenstein, Altenkirchen und den Rhein-Sieg-Kreis.

    Besonderheit:
    Im oberen Verlauf der Sieg sind viele Häuser mit Schiefer verkleidet. Leider haben wir bei dem trüben Wetter nicht angehalten, um davon ein Foto zu machen. Zurückzuführen ist dies darauf, dass im Siegtal, das zum Schiefergebirge gehört, auch Schiefervorkommen sind, der wurde natürlich auch abgebaut und auch verbaut. Aber auch andere Bodenschätze wurden hier abgebaut!

    Track:
    Den Track gibt es beim Tour Explorer NRW von MagicMaps oder aber auch beim NRW-Routenplaner.

    Bahn-Anreise:
    Die RE9 fährt stündlich von Aachen über Köln nach Siegen. Mit dem SchönerTagTicket NRW für 34 Euro (Stand: Mai 2009) kann man auf der Schienenstrecke der DB die Transitstrecken Windeck Au Bf - Niederschelden Bf und Betzdorf Bf - Struthütten Bf, welche durch Rheinland Pfalz führen, mit der DB befahren. Dazu kommen pro Fahrrad/Tandem noch 4 Euro für das Fahrradticket.

    Literatur/Karten:

    Die ADAC-Karte im Maßstab 1: 75:000 enthält das gesamte Sauerland, Rothaargebirge und Siegen auf dem Blattschnitt (Nr. 23).

    "Mal wieder Rad fahren im Siegtal". Ein schmales Büchlein, etwas altbacken in der Machart, aber das Siegtal komplett beschreibend!

    Unser Fotoalbum zu dieser Tour.

    Ein Video von den Siegauen im Mündungsgebiet gibt es hier.

    Und einen Bericht und ein Video zu der an der Sieg gelegenen Stadt Blankenberg, gibt es auch auf unserer Seite zu lesen und sehen.

    Beim autofreien Siegtal waren wir auch mehrfach, hier unser Bericht 2007.