Streckenverlauf:
Oberbillig - Konz - Trier - Schweich - Neumagen-Drohn - Bernkastel-Kues - Traben-Trarbach - Cochem - Klotten - Winningen - Koblenz
Etappe 01. Juli 2009: Schweich - Neumagen-Drohn - Bernkastel-Kues (62 km, *)
Etappe 04. Juli 2009: Traben-Trarbach - Cochem - Klotten (66 km, *)
Um es gleich vorweg zu sagen: Nach den wahnsinnig schönen Strecken durch die Eifel, entlang der Kyll, der Sauer und durch Luxemburg war die Mosel recht langweilig und der Radweg verdient kein besonderes Lob. Auch Rastplätze waren Mangelware, mal eine Bank in der Sonne, mehr gab es nicht. Aber eine Straußwirtschaft nach der anderen. Nur, wir sind alles, nur keine Weintrinker und -kenner. Vielleicht sollte man dann auch nicht ins Moseltal mit seinen Rebstock bedeckten Moselbergen fahren? Nun, es ist wie immer schön, da gewesen zu sein. Und es gab natürlich auch schöne Begegnungen und Momente! Nur, es gibt schönere Radfernwege bzw. Themenrouten!
Hinter Schweich trafen wir am 1. Juli eine Familie aus Thürigen, Gerhard, Steffi und Tochter. Wir radelten ein ganzes Stück gemeinsam und wir unterhielten uns. Später machten wir noch zusammen Rast, bevor sich unsere Wege trennten. Im Gespräch mit Gerhard wurde uns klar, dass wir den Maare-Mosel-Radweg (MMR) noch mitnehmen wollten, als Ausgleich zum ausgefallenen Saarland-Radweg. Sie klärten uns noch über den Regio-Bus auf. Aber wir wussten schon grob worum es ging, dank unseres Bikeline-Radatlas Eifel. Abends in Bernkastel erkundigten wir uns nach dem Bus und Ticket für den nächsten Tag. Der Bus sollte von Bernkastel rauf nach Daun fahren samt Fahrradanhänger. Wir wollten auf dem Campingplatz in Kues unser Zelt aufschlagen und ohne Gepäck eine Tagestour auf dem MMR unternehmen. Aber man lehnte ab unser Tandem zu transportieren. Man nimmt nur Standardräder mit. Neben Tandems sind Trikes, Liegeräder ebenso wie Räder mit Hilfsmotor tabu! Da half auch kein Anruf in Trier beim zuständigen Verkehrsbetrieb! Wir sahen den Bus in den nächsten zwei Tagen öfters, immer mit leerem bis fast leerem Anhänger. Wenn man sich vor Augen führt, wie viele Leute heute ein Spezialrad fahren, verwundert dies nicht!
Bernkastel-Kues genossen wir, denn wir blieben für einen Ruhetag, konnten so Wäsche waschen und uns auf den bevorstehenden Anstieg nach Daun vorbereiten, denn wir wollten mit Gepäck den MMR hinauf fahren und dann wieder hinab. Am 3. Juli ging es hinauf, hierzu gibt es einen eigenen Bericht.
Am 4. Juli rollten wir den MMR wieder hinunter und setzten unsere Fahrt entlang der Mosel fort. Kurz vor Traben-Trarbach quartierten wir uns auf dem Campingplatz Wolf ein. Hier lernten wir die Londoner Paul und Ian kennen. Sie waren ebenfalls gerade angekommen mit ihrem Wohnwagen. Reiseradler trafen wir auch hier keine. Aber es war schön, als Paul bedauerte, dass wir nach nur einer Nacht wieder abreisten.
Am 5. Juli ging es wieder bei schwül warmem bis heißem Wetter die Mosel hinab. Traben-Trarbach war ebenfalls eine schöne Stadt. Die Mosel-Schleifen nahmen kein Ende, ebenso die rebstockbedeckten Hänge, die Straußwirtschaften und der Auto- und Motorradverkehr, wenn wir uns wieder mal die Straße teilten. Bei Zell ging es dann den Hang hinauf, wir blickten irgendwann nur noch auf die Stadt. Als Radfahrer wurden wir komplett um sie herum geführt. Sehr seltsam! Von oben sah der Ort ganz nett aus. Hinter Zell kam noch mal ein schönes Stück entlang der Mosel auf eigenen Wegen, weg von der Straße. Irgendwann erreichten wir Cochem. Hier mussten wir unser Tandem den Ort rauf schieben, durch die Touristenmengen, die Straße war wegen Bauarbeiten für Radfahrer gesperrt. Was für eine Plackerei! Mit Cochem verbinden wir so nichts Gutes!
Direkt hinter Cochem war unsere Tandemtour dann vorzeitig zu Ende, unsere Getriebenabe SRAM i-motion 9-fach hatte einen Totalschaden. Mehr dazu gibt es hier.
Einen Tag später setzten wir die Reise ab Winningen mit Einzelrädern fort. Wir fuhren bis nach Koblenz, wo die Mosel dann (endlich) in den Rhein mündet.