Streckenverlauf:
Etappe 03. Juli 2009: Bernkastel-Kues - Wittlich - Gillenfeld/Pulvermaar (53 km, **)
Was war so besonders? Alles! Wir starteten an der Mosel in Kues und fuhren die Mosel hinauf nach Lieser. Der Ort ist benannt nach dem Fluß der hier mündet, die Lieser. Der MMR ging mal links, mal rechts der Lieser auf einem echten Radweg. Der MMR liegt nämlich auf einer alten Bahntrasse! Und die hat es in sich, feinster Asphalt und tolle Ausblicke. Sie führt über Viadukte und durch Tunnel. Aber erst mal ging es an der Lieser entlang, hier war es recht flach. Erst langsam merkte man, das man hinauf fuhr. Aber es ging stetig, so wie Bahntrassen eben angelegt werden. Es war keine zu große Anstrengung, wir fuhren halt langsam mit unserem vielen Gepäck. Schiebestrecken gab es keine.
Wir fuhren an vielen neuen und unbenutzten Brücken auf einem Feld vorbei. Straßen waren keine auszumachen, so standen mehrere Brücken, in verschiedenen Richtungen einfach in der Landschaft. Witzig sah das aus! Sicher ist die Sache in der Realität weniger witzig, man denkt da auf den zweiten Blick doch gleich an Verschwendung von Steuergeldern.
Wir erreichten Wittlich, es war Wochenmarkt. Hinter Wittlich ging es wieder ruhig weiter. Nun wurde es spannend. Die ersten kürzeren Tunnel kamen. Direkt danach fuhren wir durch den langen (über 500 m) Pleiner-Tunnel und auf dem Pleiner Viadukt. Vor dem Viadukt sammelten wir noch Walderdbeeren, sehr süß und lecker! Der Ausblick war nicht nur am Viadukt beeindruckend, auch oft entlang des Weges. Oft fuhr man aber von Bäumen und Wald umsäumt auf dem schönen Radweg. Rechts und links schützten Holzzäune vor einem ungewollten Absturz, denn oft ging es rechts und links des Weges steil runter!
Es hätte den ganzen Tag so weitergehen können, aber es donnerte auf ein mal hinter uns, dann auch seitlich. Wir trafen noch die Thüringer bei ihrer Abfahrt auf der Höhe von Wallscheid, aber die Angst vor dem herannahenden Gewitter trieb uns schnell wieder auseinander. Unter der A1 stellten wir uns gerade rechtzeitig unter, es gab ein gewalltiges Gewitter, dass sich erst nach 1,5 Stunden beruhigte. Im Regen fuhren wir weiter. Angesichts des Wetters fuhren wir nur noch bis zum Pulvermaar.
Nach dem Bodensee und den Voralpenseen ist das Pulvermaar der tiefste natürliche See Deutschlands. Typisch für ein Maar sind auch hier die fast kreisrunde Form und die steilen trichterförmigen Wände.
Der Anstieg über den Kraterrand des Maares war gewaltig, rasant war die Abfahrt zum Wasser des Maares, wo auch der Campingplatz war.
Wir waren wieder die einzigen Reiseradler und vernünftige Zeltplätze gab es auch nicht, der Boden war steinig und hart. Nachts hörte man ständig Stimmen, ohne genau lokalisieren zu können woher sie kamen, sie raubten den Schlaf!
Am nächsten Tag ging es schneller als vortags wieder hinunter. Hiernach stellten wir einstimmig fest, dass es hinauf schöner war, weil wir mehr sahen und durch die Langsamkeit mehr genießen konnten! Im Nachhinein war es also gut, dass uns der Bus nicht mitgenommen hat, auch wenn wir das erste Stück des MMR ab Daun bis zum Pulvermaar so nicht gesehen haben.
Wir können den MMR wärmstens empfehlen, er war ein Glanzlicht unserer Radreise! Es gab sehr schöne und viele Rastplätze speziell für Radler, wenn auch hier oft der Sonnen-/Regenschutz fehlte.
