Streckenverlauf:
Etappen 06.-08. Juli 2009: Koblenz - Boppard - Sankt Goar - Oberwesel - Bacharach - Bingen - Mainz
(107 km, **)
Irgendwie war aber ein Bruch in unserem Urlaub. Der Getriebeschaden ging uns nicht aus dem Kopf, wie auch, unsere Einzelräder fuhren sich nach zwei Wochen Tandem wie ein Mahnmal! Aber auch das Wetter hatte sich schlagartig verändert. Es wurde regnerisch und frisch.
So fuhren wir nach der erneuten Anreise nur eine kurze Etappe bis nach Brey. Abends gewitterte es dann zum 6. Mal!
Der Campingplatz war auch schlecht, keine Spülgelegenheit und der Zeltboden war eine Schotterwiese! Aber unser Ausblick auf die schöne Marksburg entschädigte etwas.
Am nächsten Tag fuhren wir früh weiter, es regnete immer wieder und der Rhein-Radweg war zum Abgewöhnen. Meist ging es wie Vortags entlang der Schnellstraße oder direkt an den Bahngleisen, oft auf ganz schlechtem Bodenbelag, wie Schotter, Kopfsteinpflaster, schlecht gepflegten Pflasterstein-Wegen. Wir konnten auch heute nicht mehr so richtig an die schönen zwei Tandemwochen anknüpfen und fuhren an diesem Tag wieder nur eine kurze Etappe und quartierten uns in Oberwesel bei einem recht schönen Campingplatz ein. Richtig schön waren die Campingplätze zum Zelten hier aber alle nicht, das konnten sie aufgrund der Lage auch nicht sein. Von überall lärmte es, entweder nervte der rechts- oder linksrheinische Schienenverkehr, auch schon mal beide gleichzeitig. Die Nähe zur Straße und der Schiffsverkehr, alles lärmte und plärrte. Da war Regenprasseln schon noch ein schönes Geräusch!
So fuhren wir anderntags weiter mit dem Ziel Mainz und dem Plan, Tags darauf mit dem Schiff (der KD, der Köln-Düsseldorfer) zurück nach Koblenz zu fahren und zum Auto, um die Reise dann zwei Tage früher als theoretisch möglich zu beenden.
Das Wetter war an unserem letzten Radtag kein bisschen besser, eher noch regnerischer. Aber unser Ziel vor Augen fuhren wir noch mal eine recht entschädigende Etappe. Das Teilstück Bingen-Mainz erwies sich entlang der Obstroute als recht schön! In Mainz selbst mussten wir um die Hafenanlage und durch die Stadt fahren, das war nicht so toll! Mainz hingegen gefiel uns sehr gut. Eine schöne gemütliche und überschaubare Stadt.
Auch der Campingplatz von Mainz, rechtsrheinisch gelegen, mit Blick auf den Mainzer Dom, war gar nicht so schlecht, trotz des Bahnlärms, der uns auch hier quälte. Hier gab es auch einige Reiseradler, so wie auf dem Campingplatz in Trier!
Alles in allem waren wir am Ende dieser 100 km von Koblenz nach Mainz aber entsetzt darüber, wieviele Reiseradler wir hier gesehen hatten. Auf diesem für uns recht unschönen Radwegen fuhren so viele Radler aus so vielen Nationen, selbst 3 Neuseeländer hatten wir getroffen. Und auf den schönen Routen durch die Eifel oder in Luxemburg hatten wir kaum mal einen Reiseradler getroffen. Sind die Geschmäcker so verschieden oder fahren die alle falsch, ohne es zu wissen? Scheut man die Anstiege? Oder verlieren sich die Radler nachher auf der Fülle von Radwegen? Wir wissen es nicht! Aber uns braucht jetzt keiner mehr vom schönen Rhein-Radweg zwischen Mainz und Koblenz erzählen, für uns war es kein schöner Radweg. Von dem UNESCO-Welterbe hat man nicht viel, wenn man zugelärmt wird und sich derart auf den Weg konzentrieren muss, weil er so schlecht ist. Da hat man keinen Blick mehr!
Die Rückfahrt mit dem Schiff öffnete da schon eher den Blick auf das Welterbe. Aber die Fahrt von 8:45-14:00 Uhr war wirklich lang. Dazu muss man sagen, dass man auf der KD wirklich nur zwischen Speisewagen und zugigem Oberdeck pendeln kann. Bei regnerischem und in unserem Fall recht kaltem Wetter sitzt man dann mehr in der Gastronomie, dementsprechend vollgefuttert kamen wir mit Bewegungsmangel dann in Koblenz an, und waren froh noch die ca. 10 km bis Winningen radeln zu dürfen!
Abends kamen wir wieder in Porz an, voller Eindrücke und Erlebnisse, die es zu verarbeiten gilt. Wir freuen uns aber schon auf unser repariertes Tandem. Wir haben uns eine Rohloff bestellt und sind recht zuversichtlich, dass uns solche Pannen hiermit erspart bleiben!