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    30. August - 03. September 2009 - Zuiderzeeroute, rund ums Ijsselmeer, zum National Park Weerribben-Wieden, durch Flevoland und rund ums Markermeer (363 km, ****; dazu 45 km Zug)

    Streckenverlauf: Edam, Hoorn, Enkhuizen, Medemblik, Den Oever, Zurich, Makkum, Workum, Stavoren, Lemmer, Ossenzijl, Kalenberg, Genemuiden, Kampen, Elburg, Almere, Amsterdam, Zaandam, Purmerend, Edam

    Kartenmaterial: ©Tele Atlas; Software: ©ATLSoft

    Ziel dieser Radreise war es, ein mal rund um die alte Zuiderzee, also das ursprüngliche Meer zwischen dem heutigen Nordholland und Friesland, zu radeln. Dieses bei Sturmflut vernichtende Meer wurde durch Deiche und Dämme gebändigt. Es entstand ein Abschlussdamm im Norden, der das alte Meer vom Wattenmeer abgrenzte. So entstand ein See, das Ijsselmeer. Weitere Poldergebiete, das heutige Flevoland, wurden durch Deichbau und Entwässerung gewonnen und schließlich ein weiterer Damm, der Houtribdijk, von Enkhuizen nach Lelystad gebaut, wodurch das Ijsselmeer deutlich verkleinert wurde. Es entstand südlich das Markermeer, das fast bis Amsterdam reicht.
    Im Osten grenzte die Zuiderzee an Lemmer und Kampen und im Westen an Edam, Hoorn und Enkhuizen. Während sich auf der westlichen Seite, außer im Norden (Wieringermeer) nicht viel änderte, wurde Kampen durch die neu gewonnen Polder, heute Flevoland, in der Folge zwangsläufig ins Landesinnere verlegt.

    Zuiderzeeroute:
    Dem alten Zuiderzee-Verlauf entspricht ein Radweg mit dem Namen Zuiderzeeroute. Er ist in drei Teile aufgeteilt und Bestandteil des niederländischen Radroutennetzes Landelijke Fietsroutes. Und den sind wir zu 80-90% auch komplett gefahren. Die Differenz zu 100% erklärt sich aus der spontanen Entscheidung bei Windstärken von über 40 km/h und angekündigten 50 km/h direkt von vorne am Ende etwas abzukürzen.

    Auf unserer Tour fuhren wir also auf nachfolgenden Themenrouten: 21a, 22a und 23a (teils). Alle drei zusammen bilden die Zuiderzeeroute!


    Provinzen:
    Politisch fuhren wir durch die vier Provinzen
      Nordholland (Noord Holland),
      Friesland (Fryslan),
      Overijssel und
      Flevoland.

    Afsluitdijk:
    Besonders gespannt waren wir auf den 30 km langen Afsluitdijk, den Damm zwischen Wattenmeer und Ijsselmeer. Wie würde es sich wohl anfühlen hier mit dem Rad rüber zu radeln? Nun, es ist schon was besonderes. Aber letztlich sieht man meist einen Deich, der den Blick auf das Wattenmeer verhindert und auf der anderen Seite die Autobahn und dahinter das Ijsselmeer. Denn der Radweg, verläuft natürlich direkt an der Autobahn, so breit ist der Damm schließlich nicht. So hört und sieht man vor allem Autos vorbei rasen. Auf dem 30 km langen Stück gibt es noch eine Raststätte mit Souvenirgeschäft und Denkmäler. Außerdem noch die Schleusen. Die Fahrt hatte schon was!

    National Park:
    Wir fuhren außerdem durch den National Park Weerribben-Wieden. Hier haben wir uns in das Dorf Kalenberg verliebt. Wir können uns gut vorstellen hier unseren Lebensabend zu verbringen. Einfach ein unbeschreiblicher Ort, unbeschreibliche Ruhe, unbeschreibliches Gefühl!

    Besonderes:
    Besonderheiten gab es viele, hiermit seien einige genannt: Backsteinhäuschen, vor allem in Friesland Reet-Dächer, Bauernhäuser samt Stall in einem Gebäude, Hofverkauf, immer wieder große Jachthäfen, viel Wind und Windkraftanlagen, leider zu viele Baustellen, die den Radweg betrafen, so war die Zuiderzeeroute noch bis November zwischen Hoorn und Enkhuizen komplett gesperrt, Wittebrood, Puntjes, Vla, Patat met Frikandel en Frietesaus.

    Flevoland:
    Besonders ist auch, dass auf einem Flevolandpolder, so viel Natur über war, dass hier ein großes Naturgebiet entstehen konnte, die Oostvaardersplassen werden inzwischen auch die Serengeti der Niederlande genannt. Wir haben nur einen kleinen Eindruck gewinnen können. Insgesamt ist Flevoland aber ein Eldorado für Freizeitaktivitäten geworden. Neben vielen Wanderrouten, Bademöglichkeiten und Wassersportaktivitäten im Drontermeer und Veluwemeer, gibt es einen Vergnügungspark und eben die Serengeti.

    Friesland:
    Ganz besonders hat uns Friesland gefallen, alles sehr ruhig und heimelig!

    Bahnfahrt:
    Als wir wetterbeding eine Tagesetappe mit Windstärke 7-8 Gegenwind durch eine 45 km lange Zugfahrt abkürzten, machten wir besondere Erfahrung mit der niederländischen Bahn. Da wir keine Fahrkarte ziehen konnte, weil wir als Deutsche nicht pinnen konnten, und die erforderlichen 26 Euro als Münzgeld nicht parat hatten und auch nirgends gewechselt bekamen, stiegen wir so in den Zug von Almere nach Amsterdam ein. Im Regen war uns inzwischen alles egal und es kam wie es kommen musste. Der Kontrolleur kam. Nach viel Erklärung hatte er ein Einsehen und schrieb uns nicht auf, bestand aber darauf, dass wir in Amsterdam ausstiegen und eine Karte besorgten, am Schalter, und dann erst weiter fuhren. Das machten wir auch brav. Nach etwa 20 Minuten hatten wir endlich die Karte und es konnte weiter gehen. Wir mussten aber noch mal umsteigen und hier passierte es. Es war ein Zug ohne Zugbegleiter und Janina war mit Tandem im Zug und Marco wollte noch den Anhänger reinhieven, da schlossen sich die Türen, endgültig. Janina fuhr also alleine weiter und musste Marco zurücklassen. Am nächsten Bahnhof fand dann wieder zusammen was zusammen gehört. Uns war die Lust an der Weiterfahrt aber gehörig vergangen, sowas konnte uns jederzeit wieder passieren, schließlich hatten wir nicht getrödelt. Also fuhren wir das letzte Stück, bei inzwischen trockenem Wetter doch noch mit dem Tandem zu unserem Tagesziel.
    Unsere Empfehlung: Kleingeld sammeln und immer vorne in den Zug einsteigen, egal wo die Fahrradabteile sind, Hauptsache der Zugführer sieht einen!

    Camping:

    Campingplatz

    Preis 2P+Zelt/Nacht

    Unser Eindruck

    Edam, Camping Strandbad Edam - N52 31.085 E5 04.227
    14,76 Euro
    Schöner, gepflegter Campingplatz am Wasser und Jachthafen. Enten leisten einem beim Frühstück gerne Gesellschaft! Stadt Edam ist zu Fuß schnell erreichbar. Edam ist eine schöne Stadt!
    Medemblik, Arado Camping & Lodge - N52 45.496 E5 06.535
    12,00 Euro
    Ein ganz besonderer Platz und Ort. Viel Wasser/Wasserwege. Der Camping ist auf einem alten Bauernhof. Im ehemaligen Stall sind jetzt Lodges und Sanitär-Anlagen untergebracht. Ideale Wiese für Zelter. Außerdem Aufenthaltraum mit Zeitungen, TV, Internet (1Euro po Sitzung), Küchenzeile, usw.
    Workum, it Soal Aquaresort - N52 58.104 E5 24.852
    12,50 Euro
    Ein Bungalow-Park, eigentlich kein Campingplatz im klassischen Sinn, auch wenn man uns übernachten ließ. Liegt an einem Sandstrand. Aber Wasser ist hier nicht tief, hundert Meter durch das Wasser gelaufen, steht das Wasser immer noch nur bis zum Knie.
    Lemmer, Gemeentelijk Kampeerterrein Lemmer - N52 50.732 E5 41.748
    12,60 Euro
    Alter Platz, alles was schäbbig, obwohl sauber. Liegt nah zur Stadt und ebenfalls direkt am Strand. Hier leisten einem Haussperlinge Gesellschaft.
    Elburg, am Wasser, nicht der Naturcamping - N52 27.355 E5 49.155
    Wir bezahlten nichts, weil die Rezeption ab 17:00 Uhr nicht mehr besetzt war und früh morgens sich auch niemand interessiert zeigte. Der Platz ist direkt an einer Straße/Brücke und deshalb recht laut, aber auch hier gibt es einen Strand am Veluwemeer. Freilaufendes Huhn leistet beim Kochen Gesellschaft! Die Gegend um Elburg ist ein Eldorado an Freizeit- und Vergnügungsparks.

    Linktipp: Weitere Campingplätze in den Niederlanden.

    Bob Yak-Tisch:

    Wir nutzten auf dieser Reise erstmals unseren Bob Yak-Anhänger als Tisch und verraten auch wie es geht!

    Reiseradler:
    Reiseradler haben wir keine getroffen, nur Radler auf Tagestour. So waren wir auch auf den Campingplätzen immer die einzigen mit Rad/Tandem und wurden so auch oft bestaunt.

    Wetter:
    Das Wetter war uns nicht ganz so wohlgesonnen, aber es hätte auch deutlich schlimmer kommen können. Es war nämlich meistens trocken, wenn auch frisch, nur der Wind hatte es in sich: Die ersten 4 Etappen hatten wir konstant mehr als 20 km/h Gegen- bzw. Seitenwind. (Böen waren noch kräftiger!) Auf der 5. und letzten Etappe hatten wir dann mehr als 40 km/h konstanten Gegenwind und später Regen. Das war genug, weshalb wir uns nicht auf den angekündigten Gegenwind von mehr als 50 km/h am folgenden Tag einließen und die Tour per Zug abkürzten. Im Radio hörten wir dann, dass es der 1. Herbsttag und Herbststurm des Jahres war. Etwas früher als sonst.

    Track:
    Wir hatten mal kurz nach einem Track gesucht, aber keinen gefunden. So planten wir ganz grob selbst einen. Aber man muss sagen, es ist keiner nötig, die Route ist vorbildlich ausgeschildert! In Summe, fährt man alles komplett, muss man mit etwa 400 km rechnen.

    Karten:
    Wir hatten eine Niederlande-Karte im Maßstab 1:1.300.000 mit. Außerdem den ganz neu aufgelegten "De Landelijke Fietsatlas (2009)" im Maßstab 1:100.000. Der ist grundsätzlich empfehlenswert, obwohl er spiralgebunden keinen Gesamtüberlick ermöglicht, weshalb zur Planung eine weitere Karte empfehlenswert ist. Zu beziehen ist der Atlas, ebenso andere niederländische Fahrradkartenwerke, über den Fietsvakantiewinkel. Der Atlas enthält neben allen LFs auch alle Knotenpunkte (Knooppunten)!

    Auch hier empfehlen wir den Reiseführer aus dem Michael Müller Verlag!

    Unser 6,5-minütiger Online-Videofilm (Es handelt sich hierbei um 37 MB, die Ladezeit beträgt bei uns ca. 30 Sekunden!)