Man hört immer, dass ein Garmin-Outdoor-Navigationsgerät nur Karten aus dem Hause Garmin verarbeiten kann, keine anderen Karten. Das ist insofern richtig, als man davon ausgeht, dass mit anderen Karten, die Karten anderer kommerzieller Anbieter gemeint sind. Jeder Anbieter von Karten muss viel Geld in sein Kartenwerk investieren, damit es auf dem Markt angeboten werden kann und will dann natürlich auch größtmöglichen Profit am Markt erzielen. Deshalb wird jeder Hersteller von Navigationsgeräten auch dafür sorgen, dass man nur seine Karten verwenden kann, diese also käuflich dazu erwerben muss. So natürlich auch Garmin!
Dennoch: Man kann durchaus eigene Karten erstellen und in sein Garmin laden! Nur der Weg dahin, der ist sehr steinig. Zuallererst muss man sich in diese Thematik tief einarbeiten. Wer keine Ahnung von Karte, Kompass und Co. hat, wird schon eine Weile brauchen, um sich allein hier, die nötigen Kenntnisse zu erarbeiten. Hieran schließt sich die Einarbeitung in ein Programm an, mit dem man Karten erstellen kann. Solch ein Programm ist MapEdit. Bei den ersten Gehversuchen wird deutlich, wie viel zu zeichnen ist und was zeichnen im wahrsten Sinne des Wortes bedeutet. Da man kein Copyright verletzen darf, ist es untersagt einfach Karten abzupausen, das ist keine eigene Karte! Man zeichnet also, wie auch immer der Inhalt beschafft wurde, eigene Karten am PC. Und man zeichnet nicht nur eine Karte. Will man eine digitale Karte haben, deren Kennzeichen nun mal verschiedene Detailstufen sind, dann zeichnet man genau 4 Ebenen für einen jeden Kartenausschnitt. Da beim Zoomen verschiedene Details angezeigt werden sollen, muss man sich sehr gut vorstellen können, wie es am Ende auszusehen hat. Auch POIs zeichnet man in diese Karte ein. Denn ihr Speicherort ist ebenfalls die Karte.
Dieser kurze Abriss lässt erahnen, wie aufwendig das Erstellen eigener Karten ist. Erfahrungsgemäß lohnt sich so was nur für kleine Gebiete. Es gibt zum Beispiel Inseln, die unzureichend in den gängigen Kartenwerken dargestellt werden, oder Gegenden von denen es keine topographische Karte gibt. Will man nun aber eine GPS-Wanderung unternehmen, dann kann es durchaus lohnenswert sein, für das Gebiet, welches erwandert werden soll, eine Karte zu zeichnen. Genau solche Karten werden auch oft von Privatleuten im Netz zur Verfügung gestellt.
Diese selbsterstellten, also eigenen Karten, die im sogenannten .img-Format vorliegen müssen, können dann mit MapSource oder beispielsweise SendMap ins Garmin geladen werden.
Fazit: Hat man sich mal selbst an Kartenerstellung versucht, relativieren sich die Preise für Kartenwerke!
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