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    Ausschnitte aus unseren Tourberichten, die den Öffentlichen Nah- und Fernverkehr mit Fahrrad und Tandem betreffen. Ob die Erfahrung positiv oder negativ ausfällt hängt maßgeblich davon ab, ob es funktionierende Aufzüge bzw. ebene Zugänge gibt und ob man mit Tages- oder komplettem Reisegepäck unterwegs ist. Mit einem vollbepackten Rad (5 und mehr Taschen) sind reine Treppenzugänge nämlich auch für Sportler eine Qual, weil man abladen muss und sein Gepäck beim zwischenzeitlichen Treppen rauf und runter sprinten kaum beaufsichtigen kann. Das stresst enorm!

    Tandemtour: Tandem-Expedition durch Polens Norden:
    Unser Abenteuer fing mit der Buchung der Zugtickets an. Trotz aller gesammelter Informationen, die unauffällig blieben, waren wir unruhig als wir 3 Monate vor Fahrtantritt unser Hinfahrtticket nach Warschau kaufen wollten. Unsere Unruhe war durchaus berechtigt, unsere negativen Erlebnisse bezüglich internationaler Bahntickets und der unterschiedlichen Vorschriften bezüglich Fahrradtransport sollten erneut erweitert und auf eine harte Probe gestellt werden. Aber von vorne. Am Bahnschalter in Köln-Deutz bediente man uns freundlich, aber irgendwann kam die Sache ins Stocken, die Bahnangestellte schüttelte mehrfach den Kopf, sagte uns aber noch nichts. Unruhig wurden wir aber auch ohne Kommentar. Kurz darauf, sie hatte mehrfach intensiv auf ihren Bildschirm gestarrt und schien was zu lesen und zu suchen, rief sie - selbst ungläubig - einen Kollegen herbei. Jetzt erfuhren wir das ganze Drama. Der Zug von Köln nach Warschau, ein durchgehender Zug, bei dem kein Umstieg zu bewältigen ist und der nachts fährt, hat zwar Fahrradstellplätze, aber diese darf man nicht in Kombination mit dem Liegewagen buchen. Konkret bedeutete dies laut der beiden Bahnmitarbeiter, dass man uns die Kombination Liegewagen und Fahrradstellplatz nicht buchen dürfe. Man war selbst erstaunt. Aber dieser Zug führe unter polnischer Flagge und hier würden dann wohl andere Regeln gelten, auch wenn wir alle den Sinn nicht verstünden. Als man uns ein Großraumsitzabteil anbot lehnten wir erst mal unter Schock stehend ab. Wir wollten alles, nur nicht im Großraumabteil die ganze Nacht verbringen müssen. Zuhause recherchierten wir die Flugpläne und die Möglichkeiten einen Flieger zu bekommen. Aber auch hier sah es düster aus, schließlich wollten wir mit unserem Tandem fahren, dass bereits von einer Boing 737 wegen der Maße nicht mehr befördert werden kann. Nach Warschau gab es keine geeignete Flugverbindung, das mussten wir in den nächsten Stunden einsehen und verdauen. Also fuhren wir nochmals zum Bahnhof, diesmal Köln Hbf. Aber auch hier war man verwundert, wir hatten vorher nichts verlauten lassen, sondern versuchten wie zuvor einen Platz im Liegewagen zu bekommen. Schließlich kümmerte sich der 1. Klasse-Schalter um uns. Aber auch hier konnte man uns nichts anderes Anbieten als in Deutz. Fahrrad nur mit Sitzwagen! Den buchten wir dann und konnten uns über die 100 Euro Ersparnis, des nun gekauften Tickets im Vergleich zum Liegewagenticket, nicht freuen.

    Drei weitere Wochen vergingen, da kam der Tag, an dem wir das Rückfahrtticket ab Greifswald buchen wollten. Auch hier erlebten wir unglaubliches. Obwohl gerade erst der Verkauf der Tickets für unser gewünschtes Datum frei gegeben worden war, gab es kein Ticket mehr in dem von uns gewünschten Nachtzug von Samstag auf Sonntag von Greifswald nach Köln. Es gab nämlich bereits jetzt keine Fahrradstellplätze mehr. Die würden Reisebüros bereits um 00:00Uhr über Internet aufkaufen, wenn bei der Bahn noch kein Schalter geöffnet hat. Sozusagen auf Verdacht. Wer die Tickets jetzt aber konkret hätte, wüsste man natürlich auch nicht. Also versuchten wir für den Samstag über Tag einen Zug mit maximal einem Umstieg zu bekommen, aber auch hier ohne Erfolg. Es wäre schließlich Urlaubszeit und Reisegruppen dürften ja bereits 6 Monate vorher buchen. Na, klasse! Letztlich bekamen wir ein Ticket für Freitag, tagsüber ging ein Zug direkt von Greifswald nach Köln für den wir ein Ticket bekamen. So wurde unser Urlaub bereits vor Fahrtantritt zwei ganze Tage kürzer, Tage, die wir noch an der Ostsee, am Ende der Tour, verbringen wollten. Der Hammer war der Preis, den man uns für die 2. Klasse nannte. Es gäbe keine Sparpreistickets für die 2. Klasse mehr, das wären in Summe dann über 500 EURO. Den zweistelligen Betrag nahmen wir gar nicht mehr wahr, die fünfhundert, die blieb aber deutlich haften. Der Bahnmitarbeiter suchte nun den Preis für die 1. Klasse. Gäbe es da noch den Sparpreis, dann könnte die 1. Klasse deutlich günstiger werden. Schließlich kauften wir ein Ticket für die 1. Klasse, Sparpreis für 2 Personen plus Tandem plus Reservierung, für 233 EURO. Das Ticket nach Warschau im Ruhesessel-Großraumabteil kam alles in allem auf 78 EURO.

    In solchen Momenten sehnen wir uns nach einem anderen Hobby, warum nur müssen wir auch noch mit dem Rad in Urlaub? Die Preis- und Ticketpolitik und vor allem die Fahrradpolitik der Deutschen Bahn ist und bleibt zum Haare raufen!

    Die Zugfahrt nach Polen gestaltete sich als unproblematisch, wenn man davon absieht, dass das Fahrradabteil letztlich nur aus 3 Haken gegenüber einer weiteren Gepäckablage direkt im Ruhesesselabteil des polnischen Abteils bestand. Wir mussten alle drei Haken in Beschlag nehmen, um unser Tandem hochkant festzuzurren. Wäre noch jemand mit Rad gekommen, hätten wir ein Problem gehabt. Aber da wir die einzigen blieben, gehörte der sparsame Platz uns. Durch den ungelenken Transport hatte sich die Antriebskette gelöst, die wir erst mal wieder auf die Kette setzen mussten, bevor es in Warschau dann endlich los gehen konnte.

    Die Rückfahrt ab Greifswald verlief ohne weitere Probleme, da wir in der 1. Klasse saßen. In der 2. Klasse fiel eine Klimaanlage aus, zwei weitere kamen mit den hochsommerlichen Temperaturen nicht ganz mit. So waren alle Klimazonen in dem 4 Wagen langen Zug anwesend. Wir saßen im kühlsten Wagen. Wir waren fest davon ausgegangen, dass der IC über ein Bord Bistro verfügt, wir wurden aber eines besseren belehrt, es gab keines. Die Snacks die man in der 1.Klasse (auf der 11-stündigen Fahrt) erwerben konnte, waren wegen des heißen Wetters auf Croissants und Muffins beschränkt, da man nichts kühlen konnte. Armes Deutschland!

    Bei beiden Fahrten kam es dafür aber nicht zu nennenswerten Verspätungen.

    Tandemtour: Geysir Andernach und Vulkanpark Radweg:
    Die Bahnfahrt zurück nach Hause mit zwei Umstiegen war wieder ein mal eine Qual, von der wir später vielleicht noch ausführlich berichten. Vorab drei Fotos, die im Grunde bei genauer Betrachtung aber auch alles sagen. Das erste Foto zeigt unseren schmalen, dreistufigen Einstieg ins Fahrradabteil in Mayen. (Kein Witz!) Das Zweite und Dritte zeigt unsere stehende und Tandem haltende Bahnfahrt von Andernach nach Bonn. Erst der dritte Zug von Bonn-Beuel nach Porz war so wie man sich das vorstellt.

    Tandemtour: Von Porz zur Erpeler Ley:
    Für den Rückweg hatten wir uns bereits vor Tourantritt für die Bahn entschieden. Leider hatten wir wieder Pech, erst nach einer Stunde Wartezeit waren wir endlich im Zug. Außerdem standen wir die ganze Fahrt, unser Tandem haltend, in einem überfüllten Zug und Fahrradabteil voller Wanderer und Haie-Fans und eifrigen Job-Ticket-Nutzern. An jedem Bahnhof quetschten sich Ein- und Aussteigende an uns vorbei, ständig ging jemand zum WC, vor dem wir standen. (Einfache Fahrt pro Person von Erpel nach Porz/Rhein kostete 9,60EURO)

    Tandemtour: Zuiderzeeroute, von Almere nach Purmerend über Amsterdam:
    Als wir wetterbeding eine Tagesetappe mit Windstärke 7-8 Gegenwind durch eine 45km lange Zugfahrt abkürzten, machten wir besondere Erfahrung mit der niederländischen Bahn. Da wir keine Fahrkarte ziehen konnte, weil wir als Deutsche nicht pinnen konnten, und die erforderlichen 26 Euro als Münzgeld nicht parat hatten und auch nirgends gewechselt bekamen, stiegen wir so in den Zug von Almere nach Amsterdam ein. Im Regen war uns inzwischen alles egal und es kam wie es kommen musste. Der Kontrolleur kam. Nach viel Erklärung hatte er ein Einsehen und schrieb uns nicht auf, bestand aber darauf, dass wir in Amsterdam ausstiegen und eine Karte besorgten, am Schalter, und dann erst weiter fuhren. Das machten wir auch brav. Nach etwa 20 Minuten hatten wir endlich die Karte und es konnte weiter gehen. Wir mussten aber noch mal umsteigen und hier passierte es. Es war ein Zug ohne Zugbegleiter und Janina war mit Tandem im Zug und Marco wollte noch den Anhänger reinhieven, da schlossen sich die Türen, endgültig. Janina fuhr also alleine weiter und musste Marco zurücklassen. Am nächsten Bahnhof fand dann wieder zusammen was zusammen gehört. Uns war die Lust an der Weiterfahrt aber gehörig vergangen, sowas konnte uns jederzeit wieder passieren, schließlich hatten wir nicht getrödelt. Also fuhren wir das letzte Stück, bei inzwischen trockenem Wetter doch noch mit dem Tandem zu unserem Tagesziel.
    Unsere Empfehlung: Kleingeld sammeln und immer vorne in den Zug einsteigen, egal wo die Fahrradabteile sind, Hauptsache der Zugführer sieht einen!

    Tandemtour: Hanfbachtal, alte Bahntrasse von Hennef nach Asbach:
    Hier fuhren wir von Hennef nach Porz. Sowohl in Hennef als auch in Porz muss das Tandem die Treppe rauf und runter getragen werden!

    Tandemtour: SRAM-Panne auf dem Mosel-Radweg:
    Also fuhren wir mit dem Tandem per Zug zum Flughafen Köln-Bonn. In Koblenz hatten wir einen Umstieg zu bewältigen. Man stelle sich das mal in Ruhe vor, ein vollbepacktes Tandem samt Anhänger, wobei sich das Tandem nur vorwärts schieben lässt! In Kotten half uns ein beherzter Radler tragen. In Koblenz mussten wir ohne Hilfe die Treppen rauf. Keiner kam auf die Idee zu helfen. Wir schämten uns für Deutschland, alle drängelten uns sogar noch an die Seite. Wir störten, standen im Weg, das man Hilfe gebrauchen konnte, sah man nicht! Besonders beschämte uns eine Gruppe recht junger Leute, aber auch die älteren sahen an uns vorbei.

    Tandemtour: Alzette-Radweg, Luxemburg:
    Aufgrund der zu erwartenden Anstiege und des erneut unsicheren Wetters entschieden wir am Bahnhof Mersch den Zug bis Luxemburg-Stadt zu nehmen, um uns in Ruhe noch die Stadt, die wir aber auch schon mal besucht hatten und an die wir uns gut erinnern konnten, zu besuchen.
    Die Entscheidung, die Bahn zu nehmen, erwies sich als goldrichtig. Das befürchtete Gewitter blieb uns erspart und die Bahnfahrt war kurz und freundlich. Der Schaffner wartete geduldig bis wir mit allem im Zug waren, obwohl Janina auch gleich erwähnte, dass wir keine Fahrkarten hätten. Die gab es nämlich nicht, der Verkauf war geschlossen und kein Automat weit und breit. Er grinste nur. Im Zug verkündete er uns dann den stolzen Preis, den wir zu zahlen hätten. Marco hatte bereits die größeren Scheine in der Hand. Wir waren sprachlos, das ganze kostete in Summe 3Euro! Zwei Personen plus Tandem plus Anhänger! Wir könnten für die 3Euro ganze 2 Stunden in allen Bussen und Bahnen des Landes fahren, er grinste, weil er unsere Überraschung genoss. Eine Kugel Eis kostet in Luxemburg nicht unter 1,20Euro, alles war teurer als bei uns und die Bahnfahrt sollte so günstig sein?
    Entspannt kamen wir nach 16km Zugfahrt in Luxemburg Stadt an. Wir hatten weder in Mersch noch in Luxemburg Treppen im Bahnhof zu überwinden, alles war ebenerdig angelegt, ein Traum!

    Tandemtour: Siegtalradweg und Sieg-Freizeitstraße:
    Wir fuhren mit der Regionalbahn, wieder mal mit unglaublichem Aufwand, da Bahnfahren mit vollbepacktem Rad eine Qual (Treppen, Aufzüge nicht vorhanden oder kaputt!) bleibt, nach Siegen.

    Tandemtour: Porz-Koblenz, Deutsches Eck:
    Wir fuhren zielstrebig zum Koblenzer Bahnhof und trugen mit einer Leichtigkeit unser neues Tandem die lange Treppe hinauf auf den Bahnsteig. Das wäre mit unserem Sparta unmöglich gewesen! Der Zug war recht leer und fuhr uns mit nur 5 Minuten Verspätung zurück nach Porz, bzw. zum Flughafen Köln-Bonn.

    Fahrradtour: Im Spätsommer radelnd durch die nördliche Euregio Maas-Rhein:
    Bahnfahren mit Rad bleibt in Deutschland ein negatives Erlebnis! Am Startbahnhof waren beide Aufzüge kaputt! Am Alternativ-Bahnhof, den wir daraufhin anfuhren, akzeptierte ein Fahrkartenautomat nur Geldkarte als Zahlungsmittel. Am Zielbahnhof war der Aufzug ebenfalls kaputt, steil ging es die Treppe hinab! Auf der Rückfahrt konnten wir den Umstieg in die S-Bahn komplett streichen, wir mussten im Regen die weiteren 12km mit dem Rad nach Hause fahren! Warum? Der Ausstiegs-Bahnsteig verfügte nur über eine Treppe, die wir die Räder runterschleppten, den Aufstieg zur S-Bahn konnten wir nicht bewältigen, weil der Aufzug zu klein und die Rolltreppe für unsere Räder ungeeignet war!

    Fahrradtour: Ungarn/Transdanubien:
    Wir fuhren mit dem City Night Line von Köln nach Wien. Problemlos, aber wir hatten 3 Stunden Verspätung, statt 12 wurden es so 15 Stunden Fahrt!

    Fahrradtour: Bahnradweg von Aachen nach Köln:
    Wir fuhren zum Bahnhof Köln-Frankfurter Straße und nahmen den Zug nach Köln, um dort in den Zug nach Aachen umzusteigen. Wir kamen erstaunlich problemlos nach Aachen. Der Schaffner klärte uns ungefragt auch noch ausführlich über die Tickets, die man auch hätte nehmen können, günstiger natürlich, auf! Besonderes Lob!